Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Turnier

Artikel

Deutsche Meisterin ist Stammgast in Elmlohe

Weinend ritt Stephi de Boer aus dem Parcours, fiel direkt ihrem Vater in die Arme. Die einstige Siegerin im Großen Preis der Elmloher Reitertage hat ein Lebensziel erreicht - und krönte sich zur Deutschen Meisterin.

Elmloher Reitertage: Stephi de Boer und Facebook 2 haben bereits den Großen Preis gewonnen. Foto: Scheschonka

Nur drei Springreiterinnen blieben bei der DM in Balve fehlerfrei - die Entscheidung musste im Stechen fallen. Die beiden vorherigen Reiterinnen kassierten zwei und einen Abwurf. Stephi de Boer musste als letzte Starterin somit „nur“ noch Null reiten. Sie ließ es mit ihrem elfjährigen Wallach auch deutlich ruhiger angehen als ihre Mitstreiterinnen. Und tatsächlich, es klapperte zwar einmal, aber alle Stangen blieben liegen. Die neue Deutsche Meisterin der Damen-Konkurrenz heißt Stephi de Boer mit Obvious and Pure Z. 

„Das war einer der besten Tage meines Lebens. Den Deutschen Meistertitel zu holen, war ein Lebensziel von mir, das ich nun erreicht habe. Ich kann es immer noch nicht ganz realisieren“, betonte die 35-Jährige nach ihrem Erfolg. 

Obligatorisches Bad im Wassergraben 

„Ich habe am ganzen Körper gezittert, geheult und selbst mein Vater hat geheult. Ich habe nie damit gerechnet, weil es mit meinem Pferd dieses Jahr ein bisschen ein Auf und Ab gewesen ist und mein Toppferd Querida in der Herrenkonkurrenz an den Start gegangen ist. Es war eigentlich das heiße Eisen im Feuer.“

Doch am Ende ließ Obvious and Pure Z sie triumphieren. Auch viele Freunde und Kollegen kamen zum Gratulieren, nach der Siegerehrung gab es zudem das obligatorische Bad für Titelträger im Wassergraben. Doch nicht nur ein Lebensziel hat Stephi de Boer erreicht - auch ihr Traum war damit am Montag wahr geworden, nachdem ein weiterer mit der Teilnahme am Nationenpreis in Dänemark bereits Realität geworden war. Sie erhielt durch den DM-Erfolg die Startgenehmigung für den CHIO Aachen Anfang Juli.
„Es war all die Jahre ein unrealer Traum, der immer so weit weg und nie greifbar war und genau jetzt mit der Deutschen Meisterschaft und den ganzen Vorergebnissen Wirklichkeit wird“, berichtet sie freudestrahlend. „Es ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere, denn so ein Titel, also die Deutsche Meisterschaft, bleibt für immer.“

Was in ihr steckt, deutete sich schon 2019 an. Mit einem Husarenritt schnappte sich Stephi de Boer mit ihrem selbst ausgebildeten 13-jährigen Wallach Facebook den Sieg im
S****-Springen zum Abschluss der 69. Elmloher Reitertage. Dieser genießt mittlerweile seine Rente und steht mit Jungpferden auf der Sommerwiese.

Damals wurde ein erster kleiner Kindheitstraum wahr. Im 16. Anlauf machte sie das, wovon sie als kleines Mädchen geträumt hatte – eine Ehrenrunde als Siegerin des Großen Preises drehen, hoch zu Ross und etwas vorsichtiger dann später im gewonnenen Siegerauto. Denn schon als kleines Kind stand sie auf der Tribüne am Hauptplatz und schaute zu, wie die Springreiter im Großen Preis um den Sieg ritten. Denn Elmlohe ist seit vielen Jahren eines ihrer Lieblingsturniere. Eingangs der 2000er-Jahre fing nämlich ihr Vater Jack de Boer als Turnierarzt an. Das verbindet. 

Hohe Teilnehmerzahlen in allen Prüfungen 

Und vielleicht kommt in diesem Jahr noch ein weiterer großer Name nach Elmlohe. „Es ist eines der komplettesten nationalen Turniere in Deutschland, das muss man einfach sagen. Die Teilnehmerzahlen sind in allen Prüfungen sehr hoch, was ja schon immer dafür spricht, dass die Reiter gerne kommen. Und die kommen dann gerne, wenn die Bedingungen gut sind“, erklärte Lena Haßmann vor einem Jahr. Sie ist seit Jahren Stammgast in Elmlohe und im vergangenen Jahr auch sehr erfolgreich unterwegs.

Springen und Dressur auf höchstem Niveau

„Es ist schön, dass Springen und Dressur hier gemeinsam stattfinden auf höchstem Niveau. Das macht es schon besonders und gibt es national nicht mehr so oft. Da hat
Elmlohe schon ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Ich werde auf jeden Fall dem Turnier die Stange halten und ich werde auch dran bleiben, meinen Mann zu
überreden.“ Ihr Mann, das ist Felix Haßmann, den sie im vergangenen Jahr geheiratet hat. Dieser war im Turnierjahr 2017 der erfolgreichste deutsche Springreiter, sicherte sich mit dem Schimmelhengst Cayenne bei den deutschen Meisterschaften 2019 den Meistertitel in der Herrenwertung - und ist damit genau ein Name, der dem Springen in Elmlohe zuletzt fehlte. Was noch nicht ist, kann aber ja noch werden. Vielleicht schon in diesem Jahr. Mit de Boer und Haßmann.